Codex Cosmopolitan @buch_empfehlungen
← Alle Rezensionen

Wenn du nicht mehr brennst, starte neu

Rainer Zitelmann
23. September 2024

Ich habe mich sehr gefreut, das Buch Wenn du nicht mehr brennst, starte neu von Rainer Zitelmann zu lesen. Ich verfolge Zitelmanns Arbeit bereits seit vielen Jahren und habe schon mehrere seiner Bücher gelesen. Vielen herzlichen Dank an den Finanzbuchverlag für das Rezensionsexemplar.

Besonders beeindruckend finde ich stets die akribische und präzise Recherche, die seinen Werken zugrunde liegt. Als ich zum Beispiel „10 Irrtümer der Antikapitalisten" las, machte ich über 400 Notizen, weil das Buch so voller Fakten war. Für mich ist es ein Qualitätsmerkmal der Bücher von Zitelmann geworden, dass er mit einer so großen Detailtreue und Sorgfalt an die Recherche rangeht.

Zitelmanns wissenschaftlich fundierte und kritische Herangehensweise an Themen ist ein weiterer Aspekt, der mich beeindruckt. Er argumentiert nicht mit gefühlten Wahrheiten, sondern stützt sich auf belegbare Fakten. Das zeigt sich auch in seiner Autobiografie, wo er explizit darauf hinweist, dass er sich fast ausschließlich auf schriftliche Quellen stützt. Er beginnt seine Biografie erst ab seinem siebten Lebensjahr, da er sich der Unzuverlässigkeit des menschlichen Gedächtnisses bewusst ist – im Gegensatz zu vielen anderen Autobiografien, die schon mit der Geburt einsetzen.

Besonders beeindruckend finde ich außerdem, dass Zitelmann bereits in seiner Jugend eine tiefe Auseinandersetzung mit marxistischer Literatur hatte. Er las hunderte Bücher über Marx, Engels und das Kapital, und stellte kritische Fragen, die in den damaligen Kreisen unerwünscht waren. Diese intellektuelle Neugier und Unabhängigkeit prägt bis heute sein Denken.

Eine weitere beeindruckende Facette ist seine hohe Produktivität durch tiefgehende Recherche: Seine Doktorarbeit schrieb er nach langer Vorbereitung innerhalb von nur zwei bis drei Monaten auf 730 Seiten nieder. Das zeigt, dass fundierte Recherche und produktives Schreiben keine Gegensätze sind, sondern sich ergänzen.