Die verbotene Reise
Peter Wensierski hat ein Buch über die beiden Ostberliner Studierenden Jens und Marie geschrieben. Ihnen gelang das Unmögliche: Von Prenzlauer Berg reisten sie durch die Sowjetunion und die Mongolei bis nach China. Am Ende ihrer Reise stehen sie vor der Westdeutschen Botschaft und müssen eine Entscheidung treffen – beantragen sie einen westdeutschen Pass, oder gehen sie zurück in die DDR?
In den letzten Monaten lese und höre ich gerne Geschichten über Menschen, die aus der DDR geflohen sind. Mein Interesse wurde ursprünglich durch einen Podcast über die Ballonflucht geweckt. Ich bin im Westen geboren und habe von der DDR nichts mitgekriegt. Erst später in meinem Erwachsenenleben bin ich stärker mit Ostdeutschland in Kontakt gekommen. Mir läuft es immer wieder kalt den Rücken herunter, wenn ich durch Berlin gehe und am Rosenthaler Platz vorbeikomme, wo in großen Lettern steht: „Dieses Haus stand früher in einem anderen Land". Genauso ging es mir, als ich in Leipzig im Stasimuseum Schulhefte von Kindern sah, die in Stasiakten gelandet waren, weil die jungen Menschen dem Regime nicht treu genug waren.
Mit „Die verbotene Reise" wollte ich noch mehr darüber erfahren, wie Menschen aus der DDR geflohen sind. Es flößt mir eine Menge Respekt ein zu lesen, was die Leute auf sich genommen haben – nicht nur die Ungewissheit bei der Reise durch Osteuropa und Asien, sondern auch die Vorstellung, dass Kontrollen ständig Probleme bedeuten können.
Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen, auch wenn ich mit dem Schreibstil meine Probleme hatte. Mir fehlte ein wenig das „show don't tell", das gutes Storytelling ausmacht. Das Buch kam mir an einigen Stellen eher wie ein Protokoll oder eine Aneinanderreihung von Beobachtungen vor. Da wäre definitiv noch Platz nach oben gewesen. Trotzdem fand ich die Geschichte interessant und habe das Buch relativ schnell verschlungen.