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Es lebe der Generalist

David Epstein
1. February 2022

Ich liebe Bücher über das Lernen. „Es lebe der Generalist" ist ein Buch, das einen anderen Ansatz wählt als die meisten: Statt gebetsmühlenartig zu wiederholen, beim Erfolg komme es einzig und allein auf frühe Spezialisierung an, geht David Epstein einen anderen Weg.

Er zeigt die vielen Vorteile auf, die es hat, wenn man sich breiter aufstellt. Er stellt uns Menschen vor, die davon profitiert haben, links und rechts zu schauen – selbst wenn das, was sie am Ende machen, überhaupt nichts mit den unzähligen Ausflügen zu tun hat, die sie auf dem Weg zur Weltklasse unternommen haben.

Besonders interessant fand ich das Konzept der „wünschenswerten Schwierigkeiten": Unser Gehirn glaubt uns nicht, dass eine Information wichtig sei, wenn es uns zu leicht fällt, sie zu behalten. Wenn wir aber einmal sehr viel Arbeit darauf verwandt haben, etwas zu verstehen, ist das für unser Gehirn mit einem derart unangenehmen Energieaufwand verbunden, dass es die Information in Zukunft griffbereit hält.

Epstein zeigt auch, dass strategisches Aufgeben eine lohnenswerte Fertigkeit sein kann. Studierende, die mehr ausprobierten und sich später spezialisierten, nachdem sie etwas gefunden hatten, was wirklich zu ihnen passte, erzielten langfristig bessere berufliche Erfolge als frühe Spezialisten. Insgesamt ist „Es lebe der Generalist" ein Buch, das vor allem Mut macht – und zeigt, dass man beim Wechsel zwischen Themenfeldern vor allem gewinnt.