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Klytämnestra

Constanza Casati
10. November 2024

Ich bin ein großer Fan der griechischen Mythologie. Ich kann da wirklich drin verloren gehen und lese auch gerne Neuerzählungen dieser Geschichten. Vor ein paar Monaten war es „Ich bin Circe" von Madeline Miller. Genau so ging es mir auch mit Klytämnestra von Constanza Casati, für das mir Goldmann ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Der Roman ist ein feministischer Blick auf die Königin Klytämnestra, über die ich – wie ich mir eingestehen muss – vorher nicht so viel wusste. Es handelt sich nicht um eine Nacherzählung im Stile von Gustav Schwab, sondern um eine ganz neue Geschichte aus der Perspektive des Female Empowerments.

In der griechischen Mythologie ist Klytämnestra eine Tochter des Sparta-Königs Tyndareos und Ehefrau von Agamemnon. Um die Spartaner ranken sich alle möglichen Sagen – wir kennen sie als stereotypes Kriegervolk, das in den Altertumswissenschaften häufig als Gegenentwurf zu Athen dargestellt wird. Spannend wird es, wenn wir uns den Trojanischen Krieg anschauen: Hier opfert Agamemnon die gemeinsame Tochter Iphigenie, um günstigen Wind für den Krieg gegen Troja zu erbitten. Wir haben damit in der Mythologie schon einen sehr ergiebigen Nährboden für eine spannende Geschichte.

Da Klytämnestra in den ursprünglich patriarchalen Geschichten Homers nicht ausgiebig behandelt wird, lässt das der Autorin viel Spielraum, eine facettenreiche und feministische Erzählung zu spinnen. Casati überzeugt mit einem schlichten, aber kurzweiligen Sprachstil, der vor allem jüngere Leser:innen fesselt, aber auch für mich eine erfrischende Abwechslung bot.

Wer sich für griechische Mythologie interessiert und nicht so nah an den Originaltexten sein möchte, findet hier eine spannende Erzählung, die auch zum Nachdenken über Frauenbilder anregt.