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12 Rules for Life

Jordan B. Peterson
27. December 2021

Jordan B. Peterson hat in der letzten Zeit einen ziemlichen Hype erfahren. Das hat mich neugierig, aber auch skeptisch gemacht. Meine YouTube-Startseite war voll mit Videos von ihm, und ich muss gestehen, dass ich trotz der penetranten Vorschläge von YouTube bisher noch nie ein Video von ihm angeklickt hatte.

Doch ich wurde positiv überrascht. Nachdem das ganze Vorgeplänkel – das meiner Meinung nach hätte gekürzt werden können – endlich abgeschlossen war, findet man ein wirklich gutes Buch. Hinter den 12 Regeln versteckt sich so viel mehr als das, was man im kurzen Namen vermuten würde. Jede Regel wird mit vielen Fakten und wissenschaftlichen Belegen unterfüttert. Besonders spannend fand ich Petersons philosophische Ausflüge in die christliche Philosophie und die interdisziplinären Ausflüge in Evolutionsbiologie und Geschichte.

So bringt er die alttestamentarischen Opferungsgeschichten – bei Kain und Abel, aber auch bei Abraham und Isaak – in Verbindung mit dem Belohnungsaufschub: „Ich opfere jetzt etwas, das mir lieb ist, um es in der Zukunft besser zu haben." Eine Idee, die nicht nur an Walter Mischels Marshmallow-Experiment erinnert, sondern auch an William Faulkners „Kill your Darlings".

Wer für Bibelwissen gar nichts übrig hat, wird an manchen Stellen genervt sein. Für mich persönlich war es sehr spannend, da ich mich gerne mit unterschiedlichen Interpretationsweisen dieser alten mythologischen Schriften beschäftige. Wenn man ein bisschen offen minded ist, kann man von dem Buch sicher sehr profitieren.