Eine kurze Geschichte der Menschheit
Mir wurde ein Rezensionsexemplar von „Eine kurze Geschichte der Menschheit" von Yuval Noah Harari bei Pantheon zugesandt.
Setzt man einen Menschen und einen Affen auf einer einsamen Insel aus – wer wird länger überleben? Vermutlich der Affe. Laut Harari ist die Vorherrschaft des Menschen nicht darauf zurückzuführen, dass er so viel stärker wäre als andere Tiere. Aber er kann unheimlich effizient in großen Gruppen arbeiten und übertrifft damit jedes andere Tier. Die Pyramiden von Gizeh, Bundestagswahlen – das alles ist nur möglich, weil Menschen es schaffen, in großen Gruppen miteinander zu arbeiten und Aufgaben so zu verteilen, dass die Gruppe an einem übergeordneten Ziel arbeitet, obwohl sich nicht alle Mitglieder kennen.
Der Mensch ist nach aktuellem Forschungsstand das einzige Lebewesen, das über abstrakte Konstrukte sprechen kann – über Möglichkeiten und Dinge, die gar nicht da sind. Das bezieht sich auf gemeinsames Pläne schmieden, aber auch auf gemeinsam geteilte Wirklichkeiten wie Religion, Geld oder Regierung. Das Geldsystem funktioniert nur, weil Menschen sich darauf geeinigt haben, an den Wert von Geld zu glauben.
Insgesamt ist „Eine kurze Geschichte der Menschheit" ein interessantes Buch, das für mich viel Neues enthielt. Man darf nicht den Fehler machen, es mit einem wissenschaftlichen Paper zu vergleichen – es ist populärwissenschaftlich und geht dementsprechend auf Kosten der wissenschaftlichen Sorgfalt. Ich empfehle das Buch Menschen, die ihren Horizont erweitern möchten und neugierig sind.