Der Ludicrous-Modus
Im Frühjahr 2015 habe ich das erste Mal von Elon Musk gehört. Damals hatte ich keine Ahnung, wer dieser Typ ist. Ein paar Jahre später wurde ich vom Tesla-Virus infiziert und entschied mich 2021 für ein Model 3. Höchste Zeit, mein Wissen aufzufrischen – gerne auch mit kritischen Stimmen. Und nach der Lektüre von „Der Ludicrous-Modus" von Edward Niedermeyer wünschte ich, ich hätte es nicht getan. Nicht, weil das Buch schlecht war – ganz im Gegenteil.
Niedermeyer hat sehr viel recherchiert. Er wirkt ehrlich und objektiv. Er zeigt die Fehler und Versäumnisse von Tesla auf und bietet damit ein interessantes Gegengewicht zu den Mainstream-Meldungen. Was mich überrascht hat: Der Autopilot ist wohl doch nicht so gut, wie er vermarktet wird. Elon Musk ist kein Ingenieur, sondern ein sehr guter Unternehmer mit einem Händchen für PR. Er macht große, vollmundige Versprechungen, die er am Ende kaum halten kann – und vertuscht es, indem er das totschweigt, was nicht funktioniert hat.
Das Buch zeigt auch, wie häufig Tesla auf der Kippe stand. Wir sehen immer nur das Endresultat und denken: Man muss nur hart genug arbeiten, dann klappt es schon. Doch dabei machen wir zwei Fehler: Survivorship Bias und Rückschaufehler. Doch insgesamt hat mir das Buch Mut gemacht. Es zeigt Elon Musk in einem anderen Bild, als man es sonst kennt: Er hat ein großes Ego, kann nicht gut mit Kritik umgehen, nimmt den Mund zu voll – und hat es trotzdem geschafft. Das motiviert.